Virginia, 2010

In „Virginia“ (2010) beschäftigt sich Samantha Bohatsch mit der Frage, wie Mode neben ihrer schützenden und schmückenden Zweck auch als Kontrollwerkzeug und Ordnungsgewalt gelesen werden kann. Das Stoffobjekt aus verschiedenfarbigen Stoffen, zusammengeschnürt mit weissen Seidenbändern, liegt auf dem Boden des Ausstellungsraumes in der Kunsthalle Basel. An den Wänden hängen drei Zeichnungen. Es sind Fotokopien von Gemälden aus verschiedenen Jahrhunderten, die mit weisser Acrylfarbe an den Stellen übermalt wurden, welche keinen Stoff zeigen. Übrig bleiben Kleider, die auf einen hohen Stand der Träger*innen verweisen. Durch die Art der Faltungen und Schnitte der Kleider werden die Träger*innen eingeengt und daran gehindert, freie Bewegungen auszuführen. Der Titel „Virginia“ (2010) ist eine Hommage an Virginia Woolf, die das Buch „A room of ones own“ veröffentlichte, in dem sie darüber schreibt, dass ein eigenes Zimmer für eine Frau eine Kontrollfreiheit ermöglicht, und sie nur damit die Möglichkeit erhält, für sich allein zu schreiben und zu arbeiten.

Exhibition: The Village Cry, Kunsthalle Basel, Basel (CH), 2010