Nest, 2014

Samantha Bohatsch geht in „Nest“ (2014) dem Versuch nach, Erinnerungen an eine Stadt zu sammeln und zu konservieren. „Nest“ (2014), die Diplomarbeit der Künstlerin, hat als Schauplatz die Stadt Karlsruhe, in der sie Bildende Kunst studierte. Samantha Bohatsch nimmt ihr Leben dort als Vorlage und verarbeitet in Tradition der Situationisten die Bewegungen und Begegnungen in und mit der Stadt. Die drei Tische, die fächerförmig ineinander geschoben sind, verweisen auf Karlsruhe als Fächerstadt. Dieser Begriff ist auf die Planung der Stadt zurückzuführen. Die Farben der Tische RAL 1002 und RAL 3012 verweisen auf die beiden Sandsteinsorten, mit denen viele Häuser im Stadtgebiet gebaut wurden. Auf einem, mit Siebdruck in gelb und pink angefertigten, fragmentarischen Stadtplan hielt die Künstlerin für sie bedeutsame Orte und Wege im Stadtgebiet fest, die wiederum in dem, auf zwei DinA4 Seiten gedruckten, Text assoziativ beschrieben werden. Durch Auflegen des fragmentarischen Stadtplans auf einen handelsüblichen Stadtplan, können die Orte und Wege von Betrachter*innen entschlüsselt werden. Das Stoffobjekt an der Wand, in Form einer übergroßen Fahne, genäht aus einem roten und einem floral gemusterten Stoff, verweist auf eine Fahne, die im Karlsruher Schloss hängt. Die Türkenbeute gehört zu der sogenannten Türkenbeute und wurde, trotz Forderungen seitens der türkischen Regierung, noch nicht zurückgeführt und ist noch heute im Schloss zu sehen. Das Stoffobjekt wurde nach der Ausstellung von der Künstlerin zerstört.

Exhibition: Nest (Diplom Show), Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe (D), 2014