SHE SAID

SHE SAID, 2018 (solo)
Bob's Pogo Bar, KW Institute for Contemporary Art, Berlin, Germany

List of works in order of appearance:
SHE SAID, 2018, text
Performance, SHE SAID, 2018

Photos by Felix Oehmann

In der Textarbeit „SHE SAID“ (2018) von Samantha Bohatsch erlebt eine namenlose Protagonistin, wie ihre persönlichen Erkenntnisse mit gesellschaftlichen Normen kollidieren. „SHE SAID“ (2018) ist inspiriert von Hildegard von Bingen, einer deutschen Nonne und Mystikerin aus dem 12. Jahrhundert. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr verschwieg diese ihre Gabe, Visionen zu empfangen, da sie befürchtete, deshalb aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden.

„SHE SAID“ (2018) wurde am 22.03.2018 im Rahmen von Samantha Bohatschs Abendprogramm „SHE SAID“ in der Bob’s Pogo Bar im KW Institute for Contemporary Art/ Berlin mit Veronika Bachfischer, Schauspielerin an der Schaubühne/ Berlin, und Samantha Bohatsch aufgeführt.

MIXED FEELINGS

How far to open up, 2017
Forum Stadtpark, Graz, Austria

List of works in order of appearance:
mixed feelings, 2017, audio, 3:53 Min
Installation View, How far to open up, 2017

In „mixed feelings“ (2017) erzählt Samantha Bohatsch von den (unglücklichen) Versuchen, Beziehungen zu Menschen in Zeiten von Social Media aufzubauen. Von Panikattacken und Beruhigungstaktiken. Die Künstlerin summt Lady Gaga Songs und wird von den Geräuschen einer Großstadt begleitet.

BABES

BABES@LOTTE, 2016 (solo)
LOTTE - land of the temporary eternity, Stuttgart, Germany

List of works in order of appearance:
Installation View, BABES@LOTTE, 2016
BABES, 2016, digital print
ohne Titel (Vorhang #1), 2016, fabric
YCSUMU, 2016, digital print

Press Text by Ferial Nadja Karrasch

Die Fotoserien „BABES“ (2016) und „ycsumu“ (2016) von Samantha Bohatsch zeigen das inszenierte und romantische Idealbild einer Girl Gang, einer solidarischen Gemeinschaft, die immer zueinander steht, fernab vom male gaze. Sie verweist auf den japanischen Manga „Sailor Moon“, in dem die Schülerin Usagi Tsukino gemeinsam mit ihren Freundinnen selbstbestimmt und ohne einen männlichen Anführer oder Auftraggeber für Liebe und Gerechtigkeit kämpft. Die Künstlerin betont die Inszenierung dieser Gemeinschaft, indem sie sich der Werbeästhetik von Instagram und der amerikanischen Popkultur bedient. In „ycsumu“ (2016) zitiert Samantha Bohatsch die Pose von „Die Schaukel“ von Fragonard, ein Gemälde aus dem Rokkoko, einer Zeit, in der innige weibliche Figuren häufig als Motiv verwendet wurden. „BABES“ (2016) und „ycsumu“ (2016) werden im Ausstellungsraum von dem Objekt „ohne Titel (Vorhang #1)“ (2016) aus Baustellengaze gesäumt, auf dem Herzen aus Tüll appliziert sind, das die Gemeinschaft vor dem Außen schützt und den Blick der Betrachter*innen steuert.

A GIRLS LIFE

TOP15 Meisterschülerausstellung, 2015
Kunstverein Reutlingen, Germany

List of works in order of appearance:
Installation View, TOP15 Meisterschülerausstellung, 2015
a girls life, 2015, mixed media

Bei der Rezeption der Werkes „a girls life“ (2015) von Samantha Bohatsch treten die Ausstellungsbesucher*innen einem Bauzaun gegenüber, der als Display fungiert und auf dem vier Poster aus Affichenpapier appliziert sind. Die Poster zeigen das immer gleiche Motiv, eine Studiofotografie des Oberkörper der Künstlerin, auf der sie ein weisses Fruit Of The Loom Sweatshirt trägt. Darauf wurden vier verschiedene Portraits von berühmten Persönlichkeiten, wie Models und Schauspieler*innen, mit Photoshop gelegt, die visuell zwischen den gesellschaftlich festgelegten Genderstereotypen stehen und diese Fluidität repräsentieren. Der Bauzaun verweist auf die Umzäunung von Basketballplätzen in amerikanischen Highschoolfilmen der 90er Jahre, an welche Teenager angelehnt stehen, während sie von ihren Idolen träumen und darauf warten, dass etwas passiert. Der Titel „a girls life“ verspricht ein klischeehaftes Lebenskonzept eines Mädchens, was durch die Arbeit unterwandert wird und ein anderes Licht auf das Wort „girl“ und seine Assoziationen wirft.

KA

Project:
KA, 2015 (solo)
booth design for Badischer Kunstverein, Karlsruhe, Germany

List of works in order of appearance:
Installation View, booth Badischer Kunstverein, art fair art KARLSRUHE, 2015
KA, 2015, booth design, mixed media

Im Frühjahr 2015 lud Anja Casser, Direktorin des Badischen Kunstvereins in Karlsruhe (D), Samantha Bohatsch ein, den Messestand des Kunstvereins für die art KARLSRUHE 2015 zu gestalten. Unter Berücksichtigung der Bitte seitens des Kunstvereins, eine Möglichkeit zu schaffen, das hauseigene Pressematerial, Publikationen und eine Auswahl von Jahresgaben zeigen zu können, entwickelte Samantha Bohatsch das künstlerisches Ausstellungskonzept „KA“ (2015). Die Künstlerin entschied sich, eine bühnenhafte Shopsituation zu inszenieren, die an die Künstlichkeit von Fernsehstudios erinnert. Die schlichten und auf ihre Funktion reduzierten Möbelmodule, ein Counter für das Pressematerial, ein Display für die Publikationen und zwei Bänke zum Sitzen/ Ausruhen/ Lesen für das Team und die Besucher*innen, wurden im RAL Ton 3012 lackiert, während die Wände des Messestandes im RAL Ton 1002 gestrichen wurden. Beide RAL Töne entsprechen den gängigen Fassadenfarben in Karlsruhe, welche meist aus Sandstein gefertigt wurden. Die von der Künstlerin ausgewählten Jahresgaben, zwei s/w Fotografien, welche mittig über die Bänke gehängt wurden, zeigen Bühnen- bzw Performancesituationenund betonen den Bühnencharakter des Messestandes.

FANZINE

Publication:
Fanzine, 2015 (solo)
part of TOP15 Meisterschülerausstellung catalog, 2015
published by Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe, Germany

List of works in order of appearance:
Fanzine, 2015, offset print, digital print, 16 pages, Ed. of 100, DinA5

Samantha Bohatschs „Fanzine“ (2015) ist ihr künstlerischer Beitrag für den „TOP15 Meisterschülerkatalog“ der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, der 2015 erschienen ist. „Fanzine“ (2015) ist ein Teil der Recherche der Künstlerin für ihr Abschlusswerk „a girls life“ (2015). Das Layout und das Glossy Papier erinnern an ein Hochglanzmagazin.

ZIEGLERGASSE 26/19

Publication:
Zieglergasse 26/ 19, 2014 (solo)
published by Back Bone Books, Berlin, Germany

List of works in order of appearance:
Zieglergasse 26/ 19, 2014, digital print on newspaper, 12 pages, Ed. of 50, 52 × 37,5 cm

Photos by Pietro Pellini

Das Künstlerbuch „Zieglergasse 26/19“ (2014) zeigt eine atmosphärische Sammlung von Fotografien von Samantha Bohatsch. Die Künstlerin fotografierte die Bilder im Sommer 2011 mit einer analogen Kamera in ihrer damaligen Wohnung in Wien, Österreich. Der Titel des Buchs ist die Postadresse dieser Wohnung im 7ten Bezirk. Das Zeitungspapier, auf dem „Zieglergasse 26/19“ (2014) gedruckt wurde, nimmt Bezug auf die vielen Caféhäusern in Wien und die dortige Tradition, eine Fülle an Tageszeitungen zum Lesen anzubieten. „Zieglergasse 26/19“ (2014) ist im Kunstbuchverlag Back Bone Books, Berlin, Deutschland, erschienen.

BLEIBE

Bleibe, 2012 (solo)
o.T. Raum für aktuelle Kunst, Lucerne, Switzerland

List of works in order of appearance:
Installation View, Bleibe, 2012
sun, 2012, silkscreen print, 72 x 52 cm
Bleibe, 2012, mixed media

Press Text by Konrad Bitterli

Das mehrteilige Werk „Bleibe“ (2012) basiert auf einer privaten Fotografie aus dem Archiv von Samantha Bohatsch. Sie zeigt das Wohnzimmer des Hauses, in dem die Künstlerin als Kind lebte. Anhand dieser Erinnerungen und der Frage, wie sich die kindliche Prägung auf das spätere Leben eines Individuums auswirkt, entwickelte die Künstlerin einzelne, requisitenartige Teile, die sich zu einem bühnenhaften Ganzen zusammenfügen. Die Fensterbilder, die sich wie ein Band durch den Ausstellungsraum ziehen und auf die blaue Wand zuführen, entstanden aus einer Familientradition heraus, die Fenster für Weihnachten mit Goache zu bemalen. Als Verweis auf die Wandfarbe ihres damaligen Kinderzimmers, wählte die Künstlerin einen hellen Blauton, der gleichzeitig die Farbe von Türen und Rahmen in einem Raum des Ausstellungspavillons in Luzern, Schweiz, zitiert. Das Siebdruckposter „sun“ (2012) ist eine Hommage an David Hockney, dessen Bild „sun“ im Wohnzimmer des Hauses hing und auf der Fotografie zu sehen ist. Das an der Wand hängende Stoffobjekt ist eine Applikation aus Filzsstoffen und abstrahiert das Gesamtmotiv der Fotografie.

Pressetext:
1. September bis 6. Oktober 2012
Bohatsch Samantha - Bleibe

01.07.2011 Wien Westbahnhof

weinende Betongesichter
zwei Bauarbeiter in Zeitlupe
um mich die Stadt
über den Gürtel hinaus
die grüne Fussgängerbrücke
gelbes Wachtärmchen
Schlafwagen
Liegewagen
Schloss Schönbrunn im Sonnenlicht

Mit ihren „Ortsbeschreibungen“ (Digitaldruck auf Papier) ist Samantha Bohatsch 2011 hervorgetreten. Dabei handelt es sich, wie der Titel andeutet, um Beobachtungen von Orten, die indes weniger einen Ort im Detail beschreiben als vielmehr beim Betrachter Bilder hervorrufen: Vorstellungen zum einen und Erinnerungsbilder zum andern, sollte man den Ort bereits selbst einmal gesehen haben. Auf jeden Fall zielen Samantha Bohatschs „Ortsbeschreibungen“ aufs Visuelle. Davon zeugen auch ihre unvergleichlich subtilen Zeichnungen aus den Serien „Görlitz“ und „Broadstairs“, welche die Künstlerin 2010 in der renommierten Galerie Meyer-Riegger in Karlsruhe ausstellte: Eine zarte Volte in Violett scheint in die Fläche des Blattes auszuschwingen, wobei die ohnehin dünne Aquarellfarbe langsam ausläuft, gleichsam im Weiss der Bildfläche aufgeht.

In einem anderen Aquarell ist es eine kleine zellenartige Struktur, die sich im Geviert des Papiers verortet. Es sind kleine, subtile Setzungen im fiktiven Raum der Zeichnung, zart, flüchtig und dennoch von unerwarteter Präsenz. Oder wie es Christina Irrgang schreibt, formuliert die Künstlerin in ihren Aquarellen -Erinnerungen an Orte, die sie in einer minimalen, abstrahierten Formensprache als Schraffur des Erinnerten herausbildet: Als Reaktion und Nachhall auf ihre Forschungsreisen nach Görlitz und Broadstairs entstanden, zeichnet Bohatsch in dieser Sammlung von Bildern in fast transluziden Farbschichten die erfahrenen und in der Erinnerung überdauerten Fragmente von Räumen, Objekten und Ereignissen nach. Konturen, geometrische Körper oder prismenartige Farbflächen werden dabei gleichsam zu Spuren, schattenhaften Umrissen und Substituten: An die Stelle von Begriffen treten Bilder, entlang derer sich narrative Raumschichten entfalten und zwischen Konkretion und Traum miteinander verflechten. (Pressetext Galerie Meyer Riegger)
Die 1984 in Berlin geborene Künstlerin studierte Malerei/Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe sowie Bildhauerei an der Kunstakademie in Wien und der Kunsthochschule Weissensee in Berlin. Nach Einzelausstellungen 2011 im Kunstbunker Nürnberg und 2012 in der Galerie Max Mayer in Düsseldorf ist die Präsentation im o.T. Raum für aktuelle Kunst ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz. Dafür entwickelte sie die neue Arbeit Bleibe ausgehend von der Erinnerung an eine Fotografie aus ihrer Kindheit, die in eine mehrteilige raumbezogene Arbeit übersetzt wird.
Text: Konrad Bitterli

BEFORE SUNRISE

before sunrise, 2011 (solo)
Boutique by Gallery DREI, Cologne, Germany

List of works in order of appearance:
Installation View, before sunrise, 2011
before sunrise, 2011, mixed media

Photos by Jan Hoeft

Das Rollo ist heruntergelassen und die Auslage der Boutique nur durch die Aussparungen zu sehen. Es liegen Stoffe, ein blauer und ein farbig gemusterter aus, eine Papiertüte und mehrere Postkarten und Bilder aus Zeitschriften und Magazinen, die ein Gefühl von Sehnsucht und Zeitlosigkeit vermitteln. Die Ausstellung „before sunrise“ (2011) trägt diesen Titel, da die Ausstellung nur für eine Nacht in einem Schaufenster auf dem Ebertplatz in Köln zu sehen war. Gleichzeitig verweist das Werk auf den gleichnamigen Film, in dem sich zwei Fremde zufällig begegnen, sich für eine Nacht gemeinsam durch eine Stadt bewegen, um sich dann beim Morgengrauen zu trennen. Während sie zusammen sind, umgibt sie eine Stimmung der Sehnsucht und Zeitentkoppelung. Samantha Bohatsch erschafft mit „before sunrise“ (2011) ein Werk, das genau mit dieser Illusion spielt. Die Sehnsucht, sich nach etwas zu sehen, es besitzen zu wollen, obwohl es unerreichbar, nicht real ist.

VIRGINIA

The Village Cry, 2010
Kunsthalle Basel, Basel, Switzerland

List of works in order of appearance:
Installation View, The Village Cry, 2010
Virginia, 2010, mixed media

Press Text by Sören Schmeling

In „Virginia“ (2010) beschäftigt sich Samantha Bohatsch mit der Frage, wie Mode neben ihrer schützenden und schmückenden Zweck auch als Kontrollwerkzeug und Ordnungsgewalt gelesen werden kann. Das Stoffobjekt aus verschiedenfarbigen Stoffen, zusammengeschnürt mit weissen Seidenbändern, liegt auf dem Boden des Ausstellungsraumes in der Kunsthalle Basel, Schweiz. An den Wänden hängen drei Zeichnungen. Es sind Fotokopien von Gemälden aus verschiedenen Jahrhunderten, die mit weisser Acrylfarbe an den Stellen übermalt wurden, welche keinen Stoff zeigen. Übrig bleiben Kleider, die auf einen hohen Stand der Träger*innen verweisen. Durch die Art der Faltungen und Schnitte der Kleider werden die Träger*innen eingeengt und daran gehindert, freie Bewegungen auszuführen. Der Titel „Virginia“ (2010) ist eine Hommage an Virginia Woolf, die das Buch „A room of ones own“ veröffentlichte, in dem sie darüber schreibt, dass ein eigenes Zimmer für eine Frau eine Kontrollfreiheit ermöglicht, und sie nur damit die Möglichkeit erhält, für sich allein zu schreiben und zu arbeiten.